Job-Geschichten

Von der Plastikwanne zum Biotop

Wir freuen uns über jedes Tier, das sich in unserem Garten heimisch fühlt. Deshalb entstand irgendwann die Idee: Wasser im Garten wäre doch schön.
Ein passender Platz war schnell gefunden – direkt an der Terrasse neben dem Kräuterbeet. Dort bekommt der Miniteich etwa sechs Stunden Sonne am Tag und wir können das Geschehen ganz bequem beobachten.

Damit wir nicht allzu tief graben mussten, ließen wir die Trockenmauer unseres mediterranen Kräuterbeetes einfach weiterlaufen. An der sonnigsten Seite entstand sogar eine doppelte Mauer. Die Hohlräume füllten wir mit Bruchsteinen und Sand. So entstand ganz nebenbei ein möglicher Rückzugsort für Eidechsen – man weiß ja nie, wer gerade auf Wohnungssuche ist.

In der Werkstatt lagen noch einige dicke, alte Eichenbretter. Wegwerfen kam natürlich nicht infrage. Also entstand daraus die Umrandung mit einer kleinen Sitzfläche. Den charmanten Vintage-Look brachten die Bretter ganz von allein mit.

Dann konnten die ersten Bewohner einziehen. Verschiedene Wasserpflanzen und eine Seerose fanden ihren Platz in Teichkörben mit Teichgranulat. Ein paar Steine und etwas Totholz vervollständigten das Bild. Anschließend hieß es nur noch: Wasser marsch!
Zunächst lief alles nach Plan. Doch nach zwei Wochen verwandelte sich das Wasser plötzlich in eine grüne Brühe. Die Algen hatten unser Projekt offenbar schneller entdeckt als die erhofften Teichbewohner.
Also zogen Wasserschnecken und Wasserflöhe ein. Die neuen Helfer machten sich sofort an die Arbeit und sorgten mit großem Appetit schon bald wieder für klares Wasser.
Danach wurde es richtig spannend. Libellen schauten vorbei, Wasserkäfer und Wasserläufer waren plötzlich da, als hätten sie nur auf die Eröffnung gewartet. Nach vier Wochen zog schließlich Freddy, der Frosch, ein. Ob er sich selbst eingeladen hat oder ob sich die Neuigkeit in der Froschwelt herumgesprochen hatte, bleibt wohl sein Geheimnis.
Inzwischen blühen die ersten Wasserpflanzen. Vögel nutzen die flache Uferzone als Trinkstelle und Insekten legen regelmäßig einen Zwischenstopp ein. An manchen Tagen gibt es so viel zu beobachten, dass ich kaum weiß, wohin ich zuerst schauen soll.
Heute ist unser Teich gerade einmal acht Wochen alt, und ich bin begeistert, wie viel Leben sich in nur 500 Litern Wasser entwickelt hat. Besonders gern sitze ich auf der hölzernen Umrandung und beobachte das bunte Treiben. Aus einer einfachen Plastikwanne ist in kurzer Zeit ein kleines Biotop geworden – und einer meiner Lieblingsplätze im Garten.
Manchmal braucht es gar nicht viel: etwas Wasser, ein paar Pflanzen und ein wenig Geduld. Den Rest übernimmt die Natur selbst.

Ab in die Lernwerkstatt

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